Das Psychische ist politisch und das Politische ist psychisch!

Traumatisierung, Burnout, Depressionen, Ängste, Einsamkeit, Stress und vieles mehr – all das hat auch gesellschaftliche Ursachen: Macht und Gewalt, Repression, Leistungszwang, Ausbeutung, (Angst vor) Armut, künstliche Knappheit, Ausgrenzung, Diskriminierung, Krimi­na­li­sierung, Konkurrenz und das Gefühl von Ohnmacht sind all­täg­lich. Dazu kommt ein an Ge­winn orientiertes Gesundheits- und Pharma­zie­system, zu dem noch nicht einmal alle Zugang haben. Und genau so, wie aus­ge­grenz­ten und armen Menschen die an ihnen begangene Ungerechtigkeit auch noch selbst zum Vorwurf gemacht wird, betrifft das auch psychisch Lei­dende und Menschen, die „nicht normal“ oder „verrückt“ re­agieren.

Einige hauptsächlich schwarz gekleidedete Menschen mit Hasskappen stehen um einen Tisch herum. Eine_r von ihnen zeigt auf ein Blatt Papier mit einem Herz drauf, eine_r guckt grimmig-entschlossen, einer_em läuft eine Träne runter.

Doch was gilt als Norm, was als krankhaft? Und wer darf das fest­legen? Muss dazwischen überhaupt unterschieden werden? Ist es z.B. „verrückt“, Stimmen zu hören? Bin ich selbst Schuld, wenn ich mit dieser Welt nicht klar komme? Wer hat was davon, die Sym­ptome ge­sell­schaft­licher Probleme auf die angebliche Un­zuläng­lich­keit oder Krankhaftigkeit einzelner Betroffener zurück­zu­führen? Leide ich wirk­lich nur an einem chemischen Un­gleich­gewicht im Gehirn oder an der gesellschaftlichen Gesamt­scheiße? Oder beides ein bisschen? Sind Pillen, Stig­ma­ti­sie­rung und Klapse, oder Re­vo­lu­tion, gelebte Solidarität und Schutzräume die Antworten?

Unsere Gefühle und inneren Welten sollten uns Kraft geben für den Kampf um eine bessere Welt. Lasst uns unsere Liebe zu uns selbst, zu einander und zum freien Leben nutzen! Ebenso die Wut auf Ungerechtigkeiten, Ausbeutung und Unterdrückung!

Aber wie kann unsere emanzipatorische Politik auch in uns und unseren Beziehungen Alltag werden? Wie kann ich verinnerlichte Dis­kri­mi­nie­rungs-Muster verändern, mich gegen Unterdrückung wehren und mit Privilegien umgehen? Wie kann ich mit meinen „privaten“ Pro­ble­men umgehen, wie hat das Platz in meiner politischen Arbeit? Wohin mit meiner Wut? Oder wie schaffe ich es überhaupt, mich politisch zu engagieren, trotz Stress, prekärem Leben, Ängsten, Unsicherheiten, Verein­ze­lung? Warum werde ich selbst in angeblich diskriminierungsfreien Räumen ausgegrenzt und benachteiligt? Muss ich meine persönlichen Probleme „für die Sache“ zurück­stellen?

Gibt es auch noch andere, denen es ähnlich geht? Wie kann ich mei­nen Freund_innen hel­fen, wenn ich mer­ke, dass es ihnen nicht gut geht? Wie kann ich solidarische Zusam­men­hän­ge finden, aufbauen, aus­bauen? Wie kann ich, können wir, unsere Utopien schon jetzt anfan­gen zu leben? Sind wir, unsere Gruppen und Szenen, selbst Schuld, wenn wir mit dieser Welt nicht klar kommen?

Für diese und viele andere Fragen und Themen und für die Probleme der Einzelnen soll in dieser Selbsthilfegruppe von und für politisch denkende, fühlende, interessierte Menschen Platz sein.

Kein Platz ist für diskriminierendes Verhalten jeglicher Art, damit der Raum für alle Menschen möglichst sicher ist, insbesondere – aber nicht nur – für Frauen, Schwarze Menschen und PoC, QUILTBAG**, Menschen mit Behinderung, junge und alte Menschen und Menschen, die sich sonst trotz Interesse oft nicht in politisch-emanzipatorische Räume trauen und/oder dort ausgegrenzt werden.

Termine: Immer am 2. und 4. Sonntag im Monat von 19:00 bis 20:30 Uhr
im Infoladen Schwarzmarkt, Kleiner Schäferkamp 46, 20357 Hamburg

*Queere, questioning, intersexuelle, lesbische, trans-, bi, asexuelle und agender und gay (schwule) Menschen. Natürlich sollen auch sonst keine Menschen aufgrund ihrer Geschlechts(nicht-)identität oder sexuellen (Nicht-)Orientierung diskriminiert werden.

Flyer zum Runterladen / Ausdrucken / Verteilen:

Das Psychische ist politisch! A4, 2 Spalten.odt Das Psychische ist politisch! A4, 2 Spalten.pdf

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